Rasseportrait/Herkunft

Der Deutsch Kurzhaar

FCI-Gruppe 7:Vorstehhunde
Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde

Std. Nummer:119

Widerristhöhe:Rüde: 62-66 cm, Hündin: 58-63 cm

 

Deutsch Kurzhaar

Er ist edel, absolut zuverlässig und auch noch pflegeleicht. Was könnte man sich mehr von einem vielseitigen Jagdhund wünschen? Der Deutsch Kurzhaar ist ein Vollgebrauchshund mit feinen Manieren und Können nach dem Schuss.

Persönlichkeit

Ausgeglichenheit ist bei diesem vielseitig einsetzbaren Jagdhelfer ebenso rassetypisch wie sein zuverlässiges, gezügeltes Temperament. Nervenstärke ist vorhanden wie auch Aufgeschlossenheit und eine hohe Reizschwelle. Als Familienhund überzeugt der Deutsch Drahthaar mit Freundlichkeit und einem anpassungsfähigen Wesen. Vorausgesetzt, die Auslastung von Kopf und Körper stimmt.

Vorlieben, Erziehung und Pflege

Auch wenn die Jagd seine absolute Passion ist, braucht der Deutsch Kurzhaar auch Familienanschluss. Er ist sehr menschenbezogen und verkümmert ohne Sozialkontakte. In seiner Familie ist er ausgesprochen freundlich und anhänglich. Auf der Jagd entfaltet sich seine angeborene Wild- und Raubzeugschärfe, die mit einem beeindruckenden Mut einhergeht. Tägliche Forderung ist für die Ausgeglichenheit des Jagdgebrauchshunds wichtig. Viel Auslauf sollte ebenfalls täglich ermöglicht werden. Der führerbezogene Deutsch Kurzhaar verfügt über viel Energie und Temperament. Eine jagdliche Ausbildung ist sinnvoll für diesen leidenschaftlichen Jagdhund, dessen Fell nach der Wasserarbeit blitzschnell trocknet. Die Pflege des Haarkleids ist einfach. Während des Fellwechsels ist ein Gumminoppen-Handschuh ideal, um loses Fell zu beseitigen. Ansonsten verleiht ein feuchtes Fensterleder dem Haar einen gepflegten Glanz.

Aussehen

Er ist von edler Statur und besticht mit seinem harmonisch proportionierten Körperbau. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von bis zu 66 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Seine geradezu verblüffende Kraft, seine schier unermüdliche Ausdauer und seine Schnelligkeit bieten alles, was sich ein Waidmann wünscht. Eine aufrechte Haltung ist ebenso rassetypisch wie der trockene Kopf und die aufrecht getragene Rute. Das straffe Fell glänzt in der Sonne, wenn der Deutsch Kurzhaar mit raumgreifenden Bewegungen dahintrabt. Das kurze, dichte Haarkleid, das sich derb und hart anfühlt, ist am Kopf und Behang dünner und kürzer. Deutsch Kurzhaar gibt es in den Farben Braun ohne Abzeichen, Braun mit geringen weißen oder gesprenkelten Abzeichen an Brust und Läufen, als dunklen Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten oder Tupfen, als hellen Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten, Tupfen oder ohne Platten. Auch Weiß mit brauner Kopfzeichnung, braunen Platten oder Tupfen und Schwarz in denselben Nuancen wie bei Braun oder Braunschimmel kommen vor. Ein gelber Brand ist zugelassen – wie auch Blesse, Schnippe und gesprenkelte Lefzen.

Herkunft

Früher setzte man in den Ländern rund ums Mittelmeer gerne Hunde ein, die sich für die Beizjagd und die Netzjagd auf Federwild eigneten. Aus Frankreich, Spanien und Flandern gelangten diese Vorstehhunde schließlich auch in die deutschen Fürstenhäuser. Mit der Erfindung der Doppelflinte im Jahr 1750 wuchs der Wunsch nach Hunden mit einer außerordentlichen Vorstehleistung weiter. Parallel vollzog sich der Wandel hin zum vielseitigen Jagdgebrauchshund. All das trug zur Entwicklung des Deutsch Kurzhaar bei, dessen erstes Zuchtbuch 1897 erschien. Prinz Albrecht zu Solms-Braunfeld legte schließlich die Rassekennzeichen, Beurteilungsregeln und Prüfungsregeln für Jagdhunde fest. Dies war die Basis der heute geltenden, ausgereiften Zucht- und Prüfungsordnung. Der Deutsch-Kurzhaar (DK) ist die älteste Rasse unter den Kontinentalen Vorstehhunden, die das "Deutsch" als Namensbestandteil in ihrer Rassebezeichnung führen. Bereits um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde das Zuchtbuch DK insoweit geschlossen, als zumindest offiziell keine Einkreuzungen anderer Rassen mehr stattfanden. Von seinen frühesten Anfängen her wurde der DK als vielseitiger Jagdgebrauchshund gezüchtet und ausgebildet. Dies wird nicht zuletzt dadurch belegt, dass ein DK als erster Hund in das Jagdgebrauchshundestammbuch eingetragen wurde - aufgrund einer bestandenen VGP. An dem Zuchtziel der Väter unserer Rasse hat sich bis heute nichts geändert. Wir wollen den DK als vielseitigen Jagdgebrauchshund, der sich nach dem Schuss vor keiner anderen Vorstehhundrasse verstecken muss und der vor dem Schuss den Jäger, der den Blick für diese besonderen Eigenschaften nicht verloren hat, durch seine Eleganz, seinen Suchenstil, sein Vorstehen und seine feinen Manieren begeistern kann. Nicht unerwähnt soll hierbei die Ausdauer bleiben, die ihn auszeichnet, wenn höhere Temperaturen und schwieriges Gelände besondere Anforderungen stellen.
Getreu des Grundsatzes "durch Leistung zum Typ" achten unsere Züchter auf einen hohen Formwert, wohl wissend, dass die Summe der Eigenschaften, die im Standard DK auch international festgelegt sind, nicht allein unter ästhetischen Gesichtspunkten zu sehen sind, sondern vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass diese, je besser sie ausgeprägt sind, unsere Hunde zu besonderen jagdlichen Leistungen befähigen. Die jährlichen Eintragungszahlen der Welpen ins Zuchtbuch Deutsch-Kurzhaar schwanken in den letzten zehn Jahren um die Zahl 1200, wobei im Zuchtjahr 2001 eine leichte Zunahme der Welpenzahl um fast zehn Prozent registriert werden kann. DK liegt mit seinen Eintragungszahlen in Deutschland deutlich hinter Deutsch-Drahthaar, die über 3000 Welpen eintragen, und in etwa gleichauf mit den Kleinen Münsterländern. Ein messbarer Leistungsvergleich ist zu anderen Rassen nur begrenzt möglich. Er kann sich nur auf die gemeinsamen Prüfungen und Leistungsnachweise beziehen. Die alljährlichen Prüfungsübersichten des Stammbuchführers des JGHV lassen erkennen, dass DK bei der VGP, der VSwP und vor allem beim VBR zur Spitzengruppe zählt, wenn man bei den dort veröffentlichten Ergebnissen die Relation zur Welpenzahl berücksichtigt. Weltweit gehört DK sicher zu den verbreitetsten deutschen Jagdgebrauchshunden. Die Welpenzahlen zum Beispiel Frankreich und Italien liegen weit über den deutschen Eintragungszahlen. Die prüfungsmäßige Erfolgsbilanz korrespondiert mit den Erfolgen beim jagdlichen Einsatz. Wenn auch die Suchjagd, insbesondere auf Federwild, heute für viele zu einem besonderen "Schmankerl" geworden ist, das man sich nur selten gönnt, dann aber umso mehr mit einem DK genießen kann, so bleiben die vielen anderen Einsatzmöglichkeiten. Zu den Selbstverständlichkeiten der Arbeiten nach dem Schuss wie freudigem Apportieren, Nachsuchen, Verfolgen kranken Wildes auch im schwierigen Gelände, Schweißarbeit und Arbeit im Wasser kommen auch die Stöbereinsätze im Wasser und im Wald. Auch wenn von Züchtern konkurrierender Rassen, die mehr auf das Stöbern spezialisiert sind, gelegentlich sogar unsachlich gegen den Einsatz von Vorstehhunden bei Bewegungsjagden polemisiert wird (wobei natürlich die Gefahr des Überjagens der eigenen Rasse bewusst negiert oder zumindest heruntergespielt wird): Unsere DK werden mit großem Erfolg auch bei der Hochwildjagd, insbesondere der Jagd auf Schwarzwild, eingesetzt. Sie sind dann nach dem Treiben in aller Regel wieder zur Stelle.
Unzutreffend sind auch die gelegentlich negativen Äußerungen bezüglich der Wasserpassion des DK. Dass kurzhaarige Hunde bei der Wasserarbeit benachteiligt seien, gehört sicher in das Reich der Fabel. Ich kenne keinen Meeressäuger mit krausem Haar. Die Zeiten, in denen die Wasserqualität eines durchschnittlichen DK höchsten Anforderungen nicht standhielt, liegen mehr als ein halbes Jahrhundert zurück.
Das kurze Haar, das unserer Rasse den Namen gab, hat wesentlich mehr Vorteile als Nachteile. Es ist nicht nur pflegeleichter und trocknet schneller, sondern die Gefahr von Schnee- und Eisklumpen an den Läufen und an der Bauchwolle ist nicht gegeben.
DK hat, geschichtlich bedingt, teilweise ein eigenes geschlossenes Prüfungssystem mit einigen Unterschieden zum Prüfungssystem des JGHV das die meisten anderen Vorstehhundrassen in Deutschland nutzen (siehe Kasten).
Die Bedeutung, die wir der Suche und dem Vorstehen beimessen, entspricht nicht nur unserem Zuchtziel. Wir wissen auch, welche Bedeutung diese Fächer im Ausland haben. Länder, in denen das Field-Trial eine Zuchtprüfüng ist (man sollte dieses Prüfungssystem nicht einfach als Sport abtun!), gewichten diese beiden Fächer in besonderem Maß, und eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einem Weltverband lebt von gegenseitiger Toleranz. Umso erfreulicher ist eine weltweite Entwicklung hin zu dem vielseitigen, sehr leistungsstarken Jagdgebrauchshund DK.

 

Anlageprüfungenspeziell für DK

Die DK-Anlageprüfungen Derby (Frühjahr) und Solms (Herbst) unterscheiden sich auf den ersten Blick von der VJP und der HZP des JGHV:
- durch die Beibehaltung des Notensystems von 0 - 4h anstelle des Punktsystems von 0 - 11 Punkten,
- durch das Nichtprüfen der Gesundspur des Hasen. Wir honorieren eine Hasenspur lediglich mit dem Andreasstern und
- durch die Beibehaltung der Einteilung in Preisklassen.
Ich möche alles andere als hier die Diskussion über Wert und Unwert der Prüfung der Hasenspur neu entfachen. Es gibt sicher die verschiedensten Wege, die nach Rom führen. Wir sind überzeugt, dass unsere Hunde sehr wohl in der Lage sind, zwischen Gesund- und Krankspur zu unterscheiden, und die erbrachten VBR-Nachweise belegen, dass unser System nicht völlig falsch sein kann.
Im Übrigen meinen wir, mit unseren Noten im Zusammenspiel mit der Preiseinteilung sehr gut zurechtzukommen. Wir wissen auf den ersten Blick, dass ein Hund mit einem 1. Preis auf Derby und Solms in Nase, Suche und Vorstehen und beim Solms zusätzlich bei der Arbeit hinter der lebenden Ente eine "4", also "sehr gut" hat. Gerade die Noten für Suche und Vorstehen erfahren dadurch gegenüber VJP und HZP auch automatisch eine Aufwertung.
Die VGP, die wir auch als Meisterprüfung verstehen, ist Bindeglied zu allen anderen Vorstehhundrassen. Die Prüfung nach dem Schuss des JGHV hat für DK keine Bedeutung, weil sie die Arbeit vor dem Schuss im Wesentlichen vernachlässigt.
Unsere Spitzenprüfungen sind die Internationale Kurzhaarprüfung (IKP), eine Feld- und Wasserprüfung die dem internationalen Leistungsvergleich dient und deren Bedeutung in Zukunft zunehmen wird.

Dr.-Kleemann-Ausleseprüfung

Die Dr.-Kleemann-Ausleseprüfung ist eine Zuchtprüfung mit den weltweit höchsten Zulassungsvoraussetzungen (Derby 1. Preis, Solms 1. Preis, VGP 1. Preis, VBR oder VSwP, Formwert sehr gut, HN und HD 0). Diese Prüfung, die mit Sicherheit den Titel "Auslese-" ist gleich "Eliteprüfung" verdient, führt beim Bestehen dazu, dass der jeweilige Hund den Titel "KS" (Kurzhaarsieger) erhält und sich dadurch ausdrücklich für die Zucht empfiehlt

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